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Americana / Folk / Alternative Pop-Rock - CD
Newsom, Joanna - Ys
Die kalifornische Harfinistin mit ausgeprägtem Hang zum Esoterischen setzt mit ihrem zweiten Album ihren höchst eigenwilligen Weg kompromißlos fort. Der Klang von Mittelerde wird von den kompetentesten Meistern produziert und aufgenommen.
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Schon ihr Erstling "The Milk-Eyed Mender" war für mich nicht nur das erstaunlichste Debüt von 2004 sondern ob ihrer zeitlosen Schönheit und Unverwechselbarkeit sowieso die Platte des Jahres. Der verschrobene Charme ist bei "Ys" gottlob noch erhalten, wird aber weitergeführt von einem erstaunlichen Sinn für Perfektion und große Posen. Joanna Newsom sieht auf dem hübsch gestalteten Cover aus wie eine Mischung aus Cate Blanchett in "Herr der Ringe" und der großen Sandy Denny. So ist auch die Klangwelt der Platte eher in einem Paralleluniversum angesiedelt, ohne aber jemals zu gekünstelt zu wirken. Die für mich nicht greifbaren Texte beziehen sich auf Träume und obskure bretonische Mythen, funktionieren aber in ähnlicher Art und Weise wie jene der mit einer Kunstsprache arbeitenden, wunderbar seltsamen Sigur Rós aus Island. Beim Stichwort Island fallen einem dann auch gewisse, vor allem gesangliche Bezüge zu Björk ein, dazu kommen auch noch einige magische Funken von Victoria Williams´ schräger Schönheit. Für "Ys" konnte Newsom erstaunlicherweise die besten Mitstreiter, die man sich für so ein Projekt nur wünschen kann, gewinnen. Allen voran Van Dyke Parks (u.a. Beach Boys, diverse Filmmusik), der die Orchesterscores komponiert und dirigiert hat. Aufgenommen hat das Ganze kein geringerer als Steve Albini, der für seine Arbeit mit Nirvana, PJ Harvey oder den Pixies unantastbaren Ruf genießt, und als hätte das noch nicht gereicht wurde Jim O´Rourke (Gastr De Sol, Sonic Youth) mit dem finalen Mix betraut, nachdem dieser schon 2005 so ausgezeichnete Arbeit an "Dreams Come True", den bis dahin unveröffentlichen Songs von Judee Sill, geleistet hat. Als Gast ist zudem auch Bill Callahan von Smog bei der Nummer "Only Skin" zu hören, dieser finstere Barde ist seit ein paar Jahren auch Lebensgefährte von Joanna Newsom, eine wahrlich gegensätzliche Paarung! Ys besteht übrigens lediglich aus fünf Nummern, die sich allerdings auf fast eine Stunde ausbreiten, das gab es sonst auch nur in den Siebzigern.
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